Schlagwort: deutsch

  • Allegro Pastell

    Allegro Pastell

    100 Minuten Millennial Cringe auf die Leinwand gekotzt. Mein Mubi-Go-Abo hat mich schon öfter dazu gebracht, Filme im Kino zu gucken, die ich sonst vielleicht verpasst hätte – in diesem Fall allerdings einen, den ich vielleicht hätte verpassen sollen.

    Der Pseudointellektualismus von Allegro Pastell fühlt sich an wie ein Tumblr-Quote-Insta-Account aus 2016. Was schätze ich irgendwie passt, weil der Film 2018 spielen soll (und tatsächlich zwischendurch grauenhafte Zitate einblendet). Die Hälfte der Zeit hätte ich am liebsten laut gelacht, aber nicht, weil der Film besonders witzig ist, sondern weil die Dialoge so schrecklich sind, dass man sie einfach nicht ernst nehmen kann. Welcher Millennial hat sein Tagebuch mit „tiefgründig“ klingenden Sätzen ausgepackt, die sich besser als Wandtattoo eignen würden, und dachte sich: daraus schreibe ich jetzt ein Drehbuch?

    Die Hauptdarsteller:innen liefern sich ein Kitsch-Showdown, das in zwei Minuten jegliche Hoffnung in deutsches Kino schwinden lässt, und die Musik ist das i-Tüpfelchen in diesem angsty „so Berlin“ Coming-of-viel-zu-viel-Age-Mitte-Dreißiger-Feuchttraum. Das Schlimmste ist: so unangenehm dieser Film und seine Protagonist:innen sind, so abwegig ist das alles irgendwie gar nicht. Ich glaube sofort, dass es extrem viele Menschen gibt, die genau so sind.

    Aber hey, ganz guter Film, wenn man ihn als Satire auf unausstehlich privilegierte Millennials sieht!